Anleitung
ChordPad Builder ist ein Werkzeug, um Akkordfolgen auf einem 128-Pad-Raster wie auf der MPC zu bauen, sie anzuhören, per MIDI an deine MPC zu schicken und als .progression-Datei für die MPC zu exportieren.
1. Schnellstart
- Oben Grundton und Skala wählen, z. B. C und Moll.
- Unter den Pads in die Schnelleingabe eine Folge tippen, z. B.
Cm7 Fm9 A#7 D#maj7oder in Stufeni7 iv9 bVII7 bIIImaj7, und Enter drücken. - Pads anklicken oder die Tasten Z X C V drücken, um die Akkorde zu hören.
- Im Editor rechts Umkehrungen und Varianten ausprobieren.
- Mit Export als
.progression-Datei speichern und in die MPC laden.
2. Browser & Voraussetzungen
Die App läuft vollständig im Browser, eine Installation ist nicht nötig.
| Browser | MIDI | Ordnerzugriff | Alles andere |
|---|---|---|---|
| Google Chrome, Microsoft Edge, Brave, Opera | ✓ | ✓ | ✓ |
| Firefox | ✓ (mit Nachfrage) | – | ✓ |
| Safari | – | – | ✓ |
Empfohlen ist Google Chrome. In anderen Browsern erscheint oben ein Hinweis, was dort nicht funktioniert. Pads, Generator, Browser-Sound und Import/Export per Download gehen überall.
3. Pads & Banks
Wie auf der MPC gibt es 8 Banks (A–H) mit je 16 Pads, zusammen 128 Pads. Pad 1 liegt unten links, Pad 16 oben rechts.
- Klicken und halten spielt den Akkord, solange du gedrückt hältst, und wählt das Pad für den Editor aus.
- Ziehen eines Pads auf ein anderes tauscht die beiden, mit ⌥ wird kopiert.
- Jedes Pad zeigt Pad-Nummer, Akkordname, Stufe in der gewählten Tonart (z. B.
ii7) und die Noten. - Farbe: „Grundton“ färbt nach Grundton im Quintenzirkel, „Funktion“ nach harmonischer Rolle: Tonika blau, Subdominante grün, Dominante orange, geliehen violett, Zwischendominante rot.
- ▶ Bank spielt alle belegten Pads der Bank nacheinander ab. Tempo (BPM) und Schläge pro Akkord sind einstellbar, optional als Loop.
- Pads leeren … leert die aktuelle Bank oder alle Pads, optional auch Name und Tonart.
4. Akkorde eingeben
Akkordnamen
Verstanden werden gängige Schreibweisen, zum Beispiel:
C Cm C7 Cmaj7 Cm7 Cdim Cdim7 Cm7b5 Caug Csus2 Csus4 C5 C6 Cm6 C69 Cadd9 Cmadd9 C9 Cmaj9 Cm9 C11 Cm11 C13 C7b9 C7#9 C7b13 C7#11 C7#5 Cmmaj7 C/E Dm7/G Bb7 F#m9
Auch min, -, M7, Δ, ø, ° und (add9) funktionieren.
Stufen (römische Ziffern)
Statt Akkordnamen kannst du Stufen der eingestellten Tonart tippen: Großbuchstaben stehen für Dur, Kleinbuchstaben für Moll, dazu b/# für Alterationen. Beispiele: ii7 V7 Imaj7, i bVI bIII bVII, iiø V7 i.
Wege zur Eingabe
- Editor-Feld „Akkord tippen“ plus Enter belegt das gewählte Pad. Mit „→ nächstes Pad“ springt die Auswahl danach weiter. Eine Zahl hinten legt die Oktave fest, z. B.
Cm 2. - Schnelleingabe unter den Pads: mehrere Akkorde auf einmal, ab dem gewählten Pad.
- Akkorde der Tonart: Im Editor stehen alle leitereigenen Dreiklänge und Septakkorde zum Anklicken.
- Klaviatur: Töne anklicken, um sie ins Pad zu legen oder zu entfernen. Der Name wird automatisch erkannt.
- MIDI-Aufnahme: Akkord auf dem MIDI-Keyboard oder der MPC spielen (siehe MIDI).
Voice Leading & Bassnote
Mit Voice Leading wählt die App für jeden neuen Akkord die Umkehrung, die am nächsten am vorherigen Pad liegt. Das klingt flüssiger als lauter Grundstellungen. Bassnote legt zusätzlich den Grundton eine Oktave tiefer darunter.
5. Editor: Voicings & Varianten
- Voicing: Umkehrung hoch und runter, Oktave ±, Eng (alle Töne in einer Oktave), Drop 2 und Drop 3 (zweit- bzw. dritthöchster Ton eine Oktave tiefer, klassische Jazz-Voicings), Weit sowie Bass hinzufügen oder entfernen.
- Umkehrungen: alle Umkehrungen des Akkords als Knöpfe. Die aktive ist rot markiert.
- Varianten: Erweiterungen mit gleichem Grundton, z. B. C → Cmaj7, C6, Cadd9, Cmaj9, C69, Csus2.
- Ersatzakkorde: Paralleltonart, Gegenklang, Tritonus-Substitution, ii-V, chromatische Mediante und mehr, jeweils mit Stufe in der aktuellen Tonart.
- Name: Bei „auto“ wird der Name aus den Tönen erkannt. Ohne Häkchen kannst du eigene Namen vergeben.
- Kopieren, Einfügen, Duplizieren (ins nächste freie Pad) und Pad leeren.
Jede Änderung lässt sich mit ⌘Z rückgängig machen.
6. Klaviatur & Skalen
Die Klaviatur zeigt das gewählte Pad: Akkordtöne rot bzw. blau, der Grundton orange, Skalentöne mit einem grünen Punkt.
- Skala zeigen → Tonart: die Skala der oben eingestellten Tonart.
- Skala zeigen → Akkord-Skala: die passende Skala zum Akkord, z. B. D Dorisch über Dm7 in C-Dur oder G Mixolydisch über G7. Gut, um Melodien und Soli zu finden.
- ◀ ▶ verschiebt den sichtbaren Oktavbereich.
- ⇧-Klick spielt einen Ton nur an, ohne das Pad zu ändern.
Oktaven werden wie bei Akai gezählt: C3 = MIDI-Note 60.
7. Genre-Generator
Rund 60 Genres in Gruppen: Pop/Rock, R&B/Soul/Funk, Jazz/Blues, Hip-Hop/Lo-Fi, Electronic, Reggae/Karibik, Latin, Folk/World und Cinematic/Klassik.
- Genre, Grundton und Modus wählen (Auto, Dur oder Moll).
- Länge: Original, 4 oder 8 Akkorde.
- Farbe: Links bleibt es pur (Dreiklänge), rechts wird es satter mit Septimen, Nonen, geliehenen Akkorden, Zwischendominanten und Tritonus-Substitutionen.
- Progressions vorschlagen liefert fünf neue Varianten, jeder Klick andere.
- Einzelne Akkord-Chips anklicken zum Anhören, ▶ Anhören für die ganze Folge, ★ für Favoriten.
- Auf Pads ab … legt die Folge ab dem gewählten Pad ab. Sind die Pads leer, werden Tonart und ein passender Name übernommen.
8. Bibliothek & Sets
- Mitgeliefert: fertige Progressions zum Anhören und Laden.
- Ordner: einen Ordner mit
.progression-Dateien öffnen (nur Chrome/Edge). Die Dateien werden nach Kategorie gruppiert, sind durchsuchbar und lassen sich anhören und laden. Der Ordner wird gemerkt.- MPC-Software auf dem Mac: Im Ordner-Dialog ⌘⇧G drücken und
/Library/Application Support/Akai/MPC 3/Progressionseingeben. - MPC-Gerät: die MPC im Computer-Modus anschließen und den Progressions-Ordner auf ihrem Laufwerk wählen.
- MPC-Software auf dem Mac: Im Ordner-Dialog ⌘⇧G drücken und
- Meine Sets: sichert alle 128 Pads samt Name und Tonart unter einem Namen, z. B. pro Song. Sets lassen sich als Datei exportieren und wieder importieren.
Beim Laden in nicht-leere Pads fragt die App nach: Bank ersetzen, alles ersetzen, ab dem gewählten Pad einfügen oder nur leere Pads füllen.
9. Analyse
Der Reiter Analyse erkennt die wahrscheinlichste Tonart deiner Pads (Top 3 zum Übernehmen) und zeigt für jeden Akkord Stufe, Funktion (diatonisch, modal geliehen, Zwischendominante, Tritonus-Substitut, chromatisch) und passende Skala. Darunter kannst du eine beliebige Akkordfolge eintippen und analysieren lassen. Oben rechts zeigt ein Chip laufend die erkannte Tonart; ein Klick übernimmt sie.
10. Import & Export
Import
Über Import (⌘O) oder einfach eine oder mehrere .progression-Dateien ins Fenster ziehen.
Export
- Umfang: nur die aktuelle Bank oder alle Banks A–H in Pad-Reihenfolge.
- Name: Die MPC gruppiert nach dem Teil vor dem ersten Bindestrich.
RnB-Late Nighterscheint als „Late Night“ in der Kategorie „RnB“. Der Dialog zeigt die Aufteilung live an. - Lücken: Leere Einträge lassen die MPC-Software abstürzen. Gibt es leere Pads vor dem letzten Akkord, wählst du zwischen Zusammenschieben und Positionen behalten; bei Letzterem werden Lücken mit Kopien deiner Akkorde eine Oktave höher gefüllt.
- Speichern: Herunterladen, „Speichern unter …“ oder direkt in den Ordner aus der Bibliothek.
/Library/Application Support/Akai/MPC 3/Progressions gehört dem System und ist schreibgeschützt. Exportiere in einen eigenen Ordner und lade die Datei über den Browser der MPC-Software, oder kopiere sie im Computer-Modus auf die MPC.Dateiformat
Der Export entspricht exakt dem Format der MPC-Werksdateien. Import und erneuter Export einer Werksdatei ergeben eine identische Datei.
{
"progression": {
"name": "Kategorie-Name",
"rootNote": "C",
"scale": "Natural Minor",
"recordingOctave": 2,
"chords": [
{ "name": "Cm7", "role": "Root", "notes": [48, 51, 55, 58] },
{ "name": "Fm9", "role": "Normal", "notes": [53, 56, 60, 63, 67] }
]
}
}
11. MIDI
Die App kann Akkorde per MIDI an deine MPC oder andere Geräte senden und von einem MIDI-Keyboard empfangen. Beim ersten Öffnen fragt Chrome nach der Erlaubnis für MIDI-Geräte. Bitte erlauben.
MPC direkt per USB (Standalone)
- MPC per USB mit dem Computer verbinden. Sie erscheint mit drei Anschlüssen, z. B. „MPC Live III Anschluss 1/2/3“.
- In der App als MIDI Out „Anschluss 1“ wählen. Die App wählt ihn automatisch, wenn noch nichts eingestellt ist.
- Auf der MPC:
- einen Keygroup- oder Plugin-Track wählen, zum Beispiel ein Piano oder Pad. Ein Drum-Programm spielt einzelne Pads statt Akkorden.
- MIDI-Eingang des Tracks auf „Alle“ bzw. „USB“ stellen.
- Kanal passend zur App (Standard 1) oder „Alle“ wählen.
- Monitoring auf „Auto“ oder „An“ stellen und den Track auswählen.
- In der App auf Test klicken. Die MPC sollte einen C-Dur-Akkord spielen.
MPC-Software auf dem Mac (über den IAC-Treiber)
Ein Browser kann keinen eigenen virtuellen MIDI-Anschluss anlegen. Auf dem Mac gibt es dafür den eingebauten IAC-Treiber:
- Programm Audio-MIDI-Setup öffnen (Programme → Dienstprogramme).
- Fenster → MIDI-Studio einblenden, dann doppelt auf IAC-Treiber klicken.
- Häkchen bei „Gerät ist online“ setzen und übernehmen.
- In der App „IAC-Treiber Bus 1“ als MIDI Out wählen.
- In der MPC-Software unter Einstellungen → MIDI den IAC-Bus als Eingang aktivieren und am Track als MIDI-Eingang wählen.
Unter Windows übernimmt ein Programm wie loopMIDI diese Aufgabe.
Aufnahme ins Pad (MIDI In)
- Oben als MIDI In dein Keyboard oder „MPC … Anschluss 1“ wählen.
- „Aufnahme ins Pad“ anhaken und ein Pad auswählen.
- Einen Akkord spielen. Sobald alle Tasten losgelassen sind, landet er im Pad, der Name wird erkannt, und die Auswahl springt zum nächsten Pad.
Gespielte Töne erscheinen live auf der Klaviatur. Bei aktivem Browser-Sound hörst du sie zusätzlich im Browser.
Weitere MIDI-Einstellungen
- Kanal: MIDI-Kanal 1–16 für alle gesendeten Noten.
- Vel.: Anschlagstärke (Velocity) der gesendeten Noten.
- Browser-Sound: eingebauter E-Piano-Klang zum Anhören ohne DAW. Er lässt sich parallel zu MIDI nutzen oder ausschalten.
- Test: schickt einen C-Dur-Akkord an den gewählten MIDI Out.
- Panic (Esc): Not-Aus für hängende Töne. Stoppt die Wiedergabe, schickt Note-Off für alle klingenden Noten und zusätzlich „All Notes Off“ (Controller 123). Beim Wechsel von Port oder Kanal passiert das automatisch.
- Die grüne bzw. rote Status-LED zeigt, ob ein MIDI Out verbunden ist; sie blinkt beim Senden.
12. Tastenkürzel
| Taste | Funktion |
|---|---|
| 1234 / QWER / ASDF / ZXCV | Pads 13–16 / 9–12 / 5–8 / 1–4 spielen (Layout wie auf der MPC) |
| Pfeiltasten | Pad-Auswahl bewegen |
| [ ] | Bank wechseln |
| Enter | Akkord für das gewählte Pad tippen |
| , . | Umkehrung runter / hoch |
| - = | Oktave runter / hoch |
| Leertaste | Bank abspielen / stoppen |
| ⌫ | Pad leeren |
| ⌘⌫ | Bank oder alle Pads leeren |
| ⌘C ⌘V ⌘D | Pad kopieren / einfügen / duplizieren |
| ⌘Z ⌘⇧Z | Rückgängig / Wiederholen |
| ⌘S ⌘O | Export / Import |
| Esc | Alle Noten aus (Panic) |
Unter Windows statt ⌘ die Taste Strg verwenden.
13. Deine Daten
Alles wird automatisch und nur in deinem Browser gespeichert: Pads, Einstellungen, Favoriten und Sets. Es gibt kein Konto und keinen Upload. Das bedeutet aber auch, dass Browserdaten löschen oder ein anderer Browser bzw. Computer mit leeren Pads startet. Sichere wichtige Arbeit deshalb als .progression-Datei oder über „Meine Sets → Alle Sets exportieren“. Details stehen in der Datenschutzerklärung.
14. Fehlerbehebung
Die MPC spielt nichts
- Ist „Anschluss 1“ als MIDI Out gewählt, nicht 2 oder 3?
- Ist auf der MPC ein Keygroup- oder Plugin-Track aktiv, mit MIDI-Eingang „Alle“ bzw. „USB“ und passendem Kanal?
- Hat Chrome den MIDI-Zugriff erlaubt? Das lässt sich über das Schloss-Symbol in der Adressleiste unter „Website-Einstellungen → MIDI-Geräte“ prüfen.
- Wurde die MPC nach dem Öffnen der Seite angeschlossen? Die Liste aktualisiert sich automatisch; notfalls die Seite neu laden.
Ein Ton hängt
Panic klicken oder Esc drücken.
Die MPC spielt Einzeltöne oder Drums statt Akkorden
Auf der MPC ist ein Drum-Programm aktiv. Stattdessen einen Keygroup- oder Plugin-Track wählen.
Speichern in den MPC-Ordner schlägt fehl
Der Werksordner ist schreibgeschützt (siehe Export). Wähle einen eigenen Ordner.
Import meldet einen Fehler
Nur gültige .progression-Dateien (JSON mit progression.chords) werden gelesen. Leere Akkord-Einträge werden beim Import übersprungen.